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(Betreff: Janaluna)

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*Namen teilweise geändert












 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

montag, 29. dezember 2008

Neues SPUREN-Heft erhalten * Sonnwende erlebt * Weihnachtstage überlebt * Raunächte erfahren

Alles scheint mir mal wieder unendlich und unfassbar weit entfernt. Am meisten ich mir selber. Irgendwie kann ich mich mit vielem, das mir sonst vertraut ist, so gar nicht identifizieren. Besonders auch mit Teilen der spirituellen Szene. Umso schöner finde ich es, wenn ich im neuen SPUREN so herrliche Texte wie jenen von Claude über die Krafttiere finde. Oder die Weihnachtskolumne von Bittrich („Oh du fröhlicher ...“). Es tut ganz gut, sich über den Erleuchtungsboom lustig machen. Ich frage mich in diesem Zusammenhang auch wieder häufiger, was denn die Essenz all der Lehren, all der Gurus ist. Nein, nicht die Essenz aller Lehren, sondern die Essenz allen Lebens.

Authentisches Sein.
In der Liebe sein.
Gegenwärtiges Sein.

Und genau das fühle ich im Moment nicht. Ich blicke nach vorne und kaltes Grauen erfüllt mich: Will ich wirklich für den Rest meines Lebens so weitermachen? Arbeiten gehen, Geld verdienen, es wieder ausgeben, essen, schlafen, alleine sein, mit anderen sein. Alles ist mal wieder so leer. Und ich habe total keine Lust auf das alles. Besser gesagt, auf kaum etwas. Ausser auf Geschichten. Auf Lesen. Das geht. Ich bin auch immer noch nicht wirklich fit, leicht fiebrig der Körper. Alles ist mir zu anstrengend. 

Natürlich, die Besuche, die ich in den letzten Tagen erlebt habe, waren sehr schön. Wirklich! Und das Alleinsein dazwischen ebenfalls. Das Basteln, Musik und Hörgeschichten ab CD hören, ein Nachtspaziergang, die Rauhnächte, das Neueinrichten meines Wohnzimmers ... alles gut und schön. Doch alles ist so anstrengend, alles ausser das Schlafen. Ausserdem fühle ich mich immer so schnell überstimuliert.

Auf dem Heimweg aus dem Aargau, gestern Nacht, fragte ich mich, wie es wohl wäre, nachts auf der Strasse tödlich zu verunfallen. Nein, ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich am Leben hänge. Dabei sollte ich doch! Denn über meinem Leben hängt doch die latente Pflicht, glücklich sein zu müssen. Schliesslich habe ich alles, was ich brauche. Blablabla. Was soll das alles?

Leben, was willst du von mir? (Refrain meines Lebens? Da capo al fine???). Ich habe gestern, bei meiner Freundin Melissa*, uns beiden Milena Mosers neueste Kolumne aus der 'Schweizer Familie' vorgelesen. Über pubertäre Kids. Unter anderem über das Grübeln und Tagträumen Pubertierender. Über all die Fragen, die wir uns als Junge gestellt haben. Und die wir abgehakt haben!  Will heissen, die wir eben doch nicht für alle Zeiten abgehakt haben. Weil wir Fragen immer wieder neu stellen müssen und neue Antworten brauchen. Auch Antworten können sich aufbrauchen und sich abnutzen.

 

donnerstag, 18. dezember 2008

"Am nächsten Mittwoch lädt Eva Rosenfelder in Winterthur zu einem spannenden Vortrag- und Ritualabend mit Luisa Francia ein. Natürlich bin ich dabei!" ... habe ich vor ein paar Tagen geblufft! :-)

Erstens kam es anders, zweitens als frau denkt! Dienstag und Mittwoch war ich mal wieder krank. Fieber. Halsweh.

Meine Reise nach Winterthur konnte ich so natürlich vergessen. Als ich gestern Mittag gegen halb zwei zuhause war, hatte ich richtig Schüttelfrost! Mein Scheff und meine Kolleginnen hatten mich nach Hause geschickt. Ein heisses Bad, Schlafen, Mailen ... früh schlafen gehen ... > Meine Medizin!

Und heute bin ich wieder fit. Noch juckt die Nase ein bisschen, ansonsten: alles wieder gut. Ja, natürlich, ich wäre total gerne an Luisas Vortrag gefahren, zumal ich mit Freundinnen abgemacht hatte.

Es ist, wie es ist. Nicht betrauern, was nicht war und nicht sein konnte. Begrüssen, was ist.

Bei der Arbeit? Endspurt pur. Hektik. Alle wollen was von mir. Ich spüre meine Grenzen. Ich freue mich aber zugleich auch, zu spüren, wie wohl es mir in unserem Team ist und wie das Vertrauen wächst. Und natürlich auf die Ferien!

 

sonntag, 14. dezember 2008

Das zweite Highlight dieser Woche - nach jenem vom Montag (siehe dort) - war der gestrige Glühweintreff auf dem Berner Waisenhausplatz. Mit anderen Schreiberlingen. Nach einigen Gläsern dieses wunderbar schmeckenden und wärmenden Gebräus hatte ich zwar noch immer kalt an Händen und Füssen, doch das Herz schlug warm und weich. Auch wackelte Berns Boden ein wenig, doch im Restaurant sitzend, lachend und philosophierend spielte dies ja keine Rolle, nicht wahr? Je länger der Abend dauerte, desto persönlicher wurden die Gespräche. Doch, halt! Details verrate ich hier keine. Aus Daten- und Persönlichkeitsschutzgründen und so ... ;-) Novita* hat danach bei mir übernachtet. Oder soll ich übernächtigt sagen? Ich sage nur: Kater dürfen auch leben, jawohl, bin schliesslich tierfreundlich!

Von Highlight zu Highlight? Am nächsten Mittwoch lädt Eva Rosenfelder in Winterthur zu einem spannenden Vortrag- und Ritualabend mit Luisa Francia ein. Natürlich bin ich dabei!

Doch nur immer von Highlights zu Highlight hüpfen kann ich nicht. Göttinseidank ist morgen wieder Alltag. Die nächsten Arbeitstage, bis Heiligabend (=Ferienstart), sind ziemlich voll. Meine To do-Liste wächst selbständig nach - fast wie Haare. 

Die meinen sind mal wieder ziemlich kurz. Allerdings nicht ganz absichtlich. Da meine liebe Coiffeuse Liebeskummer hat, schnipselte sie einfach immer weiter. Als aufmerksame Zuhörerin vergass ich irgendwann, ihr Tun im Spiegel zu beobachten. Na ja. ... schlimm ist es natürlich nicht, ich habe sogar Komplimente bekommen ...

Bei einigen Dingen bin ich echt froh, dass sie nachwachsen. :-) 

 

donnerstag, 11. dezember 2008

Das Highlight dieser Woche:  Das Domino-Konzert in der "La Cappella". Am Montag Abend.

Büne Huber meets Mimmo Locasciulli

Nur Flügel und E-Gitarre und zwei authentische Männerstimmen. Ach ja, und zweimal Bünes Miniklavier.

Büne fing mit "Compañero" (am Flügel) an. Danach wechselte er zur Gitarre und sang "Brachland" - zwei Lieder, die mir immer sehr unter die Haut gehen. Darauf folgten gemeinsame Lieder mit Mimmo. Die beiden Freunde begleiteten sich gegenseitig. Dazwischen Kommentare, mal witzig, mal melancholisch.

Natürlich sangen sie auch ihre gemeinsamen Lieder. Da waren "Hotelsong" (zweisprachig), "9/10/100/4" und natürlich und "Natalina" - im italienischen Original - dabei  Ausserdem "Honigmelonemond", das "Gruusige Lied" samt A cappella-Trompeteneinlage und Krimi. Und andere. ... "Farfromdesea" zum Beispiel und dr "Blues".

Büne war sehr konzentriert und, da wir in der zweiten Reihe sassen, sah ich seine Nervosität zu Anfang. Sie wandelte sich in aufmerksame Spannung und pure Hingabe. Ich habe kaum je ein Konzert so intensiv erlebt. Obwohl ich dazu nicht tanzen konnte, da wir auf Stühlen sassen. Mitten drin die Erkenntnis, dass ich glücklich bin. Just now. Der Mix aus Klang und Wort ist es, der mich glücklich macht. Doch natürlich muss es ein Mix sein, der mir gefällt. Bünes Wortspiele sind einfach 1A!

Wenn doch bloss nicht am Dienstag Morgen Sitzung gewesen wäre! Auf Autopilot Protokoll schreiben, ist nicht wirklich mein Ding. Winter und Schnee eigentlich auch nicht. 

 

sonntag, 7. dezember 2008

Gopf, jetzt ist schon zweiter Advent und ich habe noch immer keine Idee, wie ich Heiligabend und die Festtage unbeschadet überstehen soll. Was heisst: Ohne Christbaumbrimborium, ohne Geschenke und dergleichen mehr. Na ja, ich habe ja noch ein paar Tage Zeit.

Mein Wochenende ist mit allerlei schönen Begegnungen ausgefüllt gewesen. Das Schreibtreffen am Donnerstag Abend, das Tanzen nach den 5 Rhytmen im Prisma am Freitag Abend und der gemütliche Samstag Nachmittag und Abend mit meinem Göttibueb Janus* waren toll.
Doch der Sonntag gehört mir. Das heutige Alleinsein - Ausschlafen, Schreiben, Spazierengehen - geniesse ich mit allen Sinnen.

Die Reizüberflutung meines Alltags ertrage ich zurzeit nicht sonderlich gut. Ich fühle mich oft überfordert und halte das Tempo für überhöht. Ohne Aussicht auf Veränderungen. Und obwohl ich es irgendwie auch geniesse. Paradox? Widersprüchlich? Einmal mehr begreife ich, dass ich nicht entweder-oder bin, sondern sowohl-als auch!


montag, 1. dezember 2008

Das Novemberschreiben ist Vergangenheit und die Welt dreht sich weiter. Tschäppät tschäppert weiter und Stadt Bern hat als einzige Berner Gemeinde, mit meiner Ja-Stimme, die Hanfinitiative gut geheissen ... stimmt nachdenklich ... so oder so.  

Noch 30 Tage altes Jahr. Wiederwiederwieder ein Jahr, ein Monat, ein Tag, eine Stunde vorüber.  Nach dem Novemberblues nun der Dezemberblues? Lieber noch ein bisschen im November schwelgen, das Novemberschreiben-Abschlusstreffen vom letzten Samstag nachklingen lassen ...

... und weitergehen. Dem grauen Alltag ein Schnippchen schlagen. In Farben baden. In Geschichten eintauchen ... beispielsweise in diese: Carlos Ruis Zafon: Das Spiel des Engels ... it's magic!

 

montag, 9. november 2008

Zibelemäritseidank, dass ich heute frei habe. Das heisst: Hätte. Erfahren habe ich es erst im Büro. Die anderen drei arbeiten "absichtlich" den ganzen Tag, und natürlich, weil sie so viel zu tun haben. Ich bin kurz vor 14 Uhr nach Hause gegangen. Aus dem gleichen Grund: Weil ich so viel zu tun habe. :-) Am liebsten wäre ich heute im Bett geblieben. Ich bin zwar, nach der gestrigen Lesung, dem darauffolgenden gemütlichen Abendessen mit Novita* und einer Heimfahrt mit dem Zug durch den Schnee, so müde gewesen, dass ich - nach einem heissen Bad! - wunderbar eingeschlafen bin. Doch um viertel vor drei erwachte ich. Horchte der Stille. Genoss die Ruhe. Hoffte aufs Sandmännchen. Meditierte. Atmete ruhig. Doch irgendwann begann ich mich zu nerven. Und um fünf war ich noch immer wach. Als der Wecker, für einmal erst auf halb acht gestellt, klingelte, holte er mich aus tiefstem Schlaf. *grmpf* Bin - auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen - einfach kein Morgenmensch. 

So richtig erwacht bin ich erst im Laufe des Morgens. Wie auf Autopilot habe ich Post verteilt, Mails gelesen und beantwortet, dies und jenes verschoben und mit meinem Chef Pendenzen besprochen. Die wirklich produktive Phase begann erst um halb zwölf. Besser spät als nie.

Ich plädiere, wie jedes Jahr, für das Recht auf drei Monate Winterpause. Warm eingepackt drei Monate schlafen ... *wohligseufz* = drei Monate ohne Geschlotter!

Geschlottert - und unsere Zeit ver(sch)wendet - haben wir auch gestern, im Atelier Punkt. Nicht nur der Kälte wegen, bevor der Ofen richtig auf Touren kam, sondern auch wegen der Nervosität vor der Lesung. Doch was wir fünf Autorinnen da gemeinsam gewoben haben, ist wirklich wunderschön geworden. Verteilt auf vier Blocks haben wir abwechselnd kurze Texte, Kürzestgeschichten, Gedichte, zum Teil mit Musik untermalt, vorgetragen. Dem Publikum - klein, aber fein - und vor allem uns hat es sichtlich Spass gemacht. 

 

sonntag, 16. november 2008

Selbstdarstellung - Ego Documents?

Gestern Abend, im Bett, habe ich mir Hubers neueste ausgedruckten TourTagebucheinträge zu Gemüte geführt (siehe: www.patentochsner.ch). So wohltuend, Bünes Ehrlichkeit, sein Humor herrlich erfrischend!

Ich erinnerte mich beim Lesen dieser zeitweiligen Seelenblüttlereien an den Bericht über die Ego Documents-Ausstellung im Berner Kunstmuseum, der diese Woche in der Kulturagenda Bern erschienen ist. Stichwort: Selbstdarstellung. Um das offensichtliche Bedürfnis nach Selbstdarstellung. Um den Zeitgeist auch, der dieses Bedürfnis spiegelt, in Blogs zum Beispiel, oder in Autobiografien. Oder in Webtagebüchern. *lach*

Ist es Leerlauf, Mauldünnschiss oder was, dass jede und jeder über sich reden/schreiben
will und muss? Da muss mehr dahinter stecken! Reagieren wir so auf eine gesellschaftliche Leere und Beziehungslosigkeit? Denn als eine der zentralsten Begründungen für dieses Bedürfnis sehe ich, zumindest für mich, den Wunsch danach, verstanden zu werden.

"Hallo, ihr da draussen: Hört ihr mich? Geht es euch auch so, wie ich es hier schreibe (oder singe oder male)? Versteht ihr mich?"

Möglicherweise meint Selbstdarstellung den Beginn eines Dialogs, denn jede Selbstdarstellung hat zwei Seiten. Neben der sich selber sichtbar machenden Person ist da ja auch jene Person, die die Darstellung betrachtet, liest, zur Kenntnis nimmt. Das DU!* Ein zweites wichtiges Bedürfnis hinter der Selbstdarstellung habe ich nun nebenbei erwähnt: Sich sichtbar machen. Möglicherweise anonym oder aber ganz offiziell, mit Namen und allem. Aus dem initiierten Monolg soll durch Resonanz ein Dialog entstehen, denn was nützt die schönste Selbstdarstellung ohne Publikum? (Ja, ich folgere hier, dass Publikum für Resonanz und Dialog steht!)

(Wir) ExhibitionistInnen brauchen Voyeure wie Hühner ihre Eier, auch wenn noch immer nicht klar ist, was zuerst war. Die Betrachtenden sollen der sich selber darstellenden Person rückmelden, dass sie sich in der Darstellung wiedererkennen, sie sollen ihr danken, sie sollen ihr applaudieren! WinWin-Symbiose der besten Art**, da wir alle möglicherweise auch das Bedürfnis haben, andere zu bewundern***? Sag, was mag wohl sonst noch hinter dem Bedürfnis stehen, jemanden, der sich darstellt, zu betrachten? Da ich aus eigenem Erleben beides kenne und praktiziere, kann ich nur von mir aus gehen: Ich will mich im Erleben eines anderen Menschen und im Lesen einer anderen Geschichte wiedererkennen, mich in meiner Art zu leben, zu denken, zu fühlen bestätigt fühlen: "Ich bin normal!" denken nach dem Lesen, oder: "Ach so! Andere sind als auch so schräg!"

Natürlich lässt sich dieses Thema nicht abschliessend diskutieren, doch die Essenz hinter den Bedürfnissen beider Seiten, oder, um es globaler auszudrücken, das Grundbedürfnis hinter all unserem Tun und Lassen, scheint einmal mehr der Wunsch nach Gemeinschaft zu sein. Nach Beziehung. Nach Anerkennung und Liebe. Oderrr?

_______________

*  
  Einschub: Person kommt von per sonare, was so viel heisst, das etwas in etwas anderem nachklingt, "soniert" eben
**    Art = Kunst?!
*** 
Diesen Aspekt der menschlichen Bedürfnisse und Bedürftigkeiten ins Absurde zu führen, überlasse ich dir selber

 

sonntag, 9. november 2008

Bin ich mir wirklich bewusst, wie gut es mir geht?

Wie viel habe ich doch in der letzten Zeit gejammert und  selbstmitleidig die "Wündchen" geleckt, die meine ach so strenge Arbeit verursachte. Über den Mangel an Zeit stöhnte ich, über den Stress natürlich auch und über dies und jenes, mögliches und unmögliches. Doch wenn ich mein Leben mal wie von aussen anschaue, stelle ich fest, dass ich es einfach wirklich gut habe! (Holz aalänge!)

Ich habe die besten Freunde und Freundinnen, die sich eine wünschen kann. Ich habe eine tolle Arbeitsstelle. Ein absolut geiles Hobby (schreiben). Eine gemütliche Wohnung und wohne zentral - Kino und Kultur in der Nähe. Ein herrliches Bett habe ich auch. In der Nähe Wald und Natur. Ich kann jederzeit ins Internet, um mich mit Leuten auszutauschen, die gleich oder nicht gleich um die Ecke wohnen und ich kann jederzeit meine Lieblingsmusik hören. Ich kann lesen und schreiben und meine Lieblingsbücher stehen in Griffnähe. Ich habe ein fahrtüchtiges Auto, das mich zum Beispiel in die Mühle Hunziken fährt. Auf meinem Konto hat es genug Geld, um mir den einen oder anderen bescheidenen Luxus zu gönnen. Ich habe keine Aktien und darum auch kein Geld verloren. So what?

Letztlich sind wir nicht deshalb glücklich, weil wir etwas "besitzen". Dennoch tut es hin und wieder gut, dankbar für all das zu sein, was mein Leben reich macht, ob nun materiell oder nicht.

Glück - ein Wort, das ich nicht fassen kann. Weder den  Begriff noch seinen Inhalt. Es IST einfach. Zeigt sich, wenn wir es am wenigsten erwarten. Glückseligkeit überkommt mich in der letzten Zeit immer mal wieder, einfach so. Ganz unauffällig und nebenbei. Als Zugabe. Sie vertreibt den Katzenjammer und lässt mich anders zu sehen.

 

samstag, 1. november 2008

Mein Einstieg in die Arbeitswelt war hart. Nach den ersten Stunden habe ich fast geheult. Sooo grosse Arbeitsberge! Nach und nach fand ich darunter den Schreibtisch wieder und auch die Übersicht. 

Auch sonst war total viel los, sodass ich ständig balancieren musste, um mein inneres Gleichgewicht zu halten. Viele Begegnungen haben diese Woche geprägt. Gute Gespräche da und dort, Erbauliches, auch Schwieriges, einiges an Chaos auch, doch unter dem Strich war es eine sehr lebendige Woche. Ich habe wieder damit angefangen, in Luisa Francias Büchern zu lesen, was mir sehr gut tut.

Gestern dann Mühle Hunziken angesagt. Sobald die Tournee-Daten von Patent Ochsner bekannt wurden, habe ich für ein paar liebe Leute Tickets reserviert. Wie es so ist, sagten im wortwörtlich letzten Moment drei FreundInnen ab. So mussten wir, will heissen ich, die ich die acht Tickets gebucht - und vorausbezahlt - hatte, diese nun auch unters Volk bringen. Zum Glück ging das besser, als ich dachte. Sie waren in kürzester Zeit weg. 

Das Konzert? Ob es Worte dafür gibt, die mein Wohlgefühl dieser für mich perfekten Kombination - "Mühli" und "Ochsners" - , beschreiben können? Stimmig. Nährend. Genial. Lebendig. Menschlich. Witzig. Tiefgängig. 

Heiser vom Mitsingen, dankbar und müde fiel ich um zwei Uhr ins Bett. Heute erteile ich meinem Kater vollumfängliche Daseinsberechtigung :-)

 

samstag, 25. oktober 2008

Am Montag kehre ich bereits in den "Ernst des Lebens" zurück. (*snieff*) Auch die zweite Ferienwoche ist viel zu schnell verstrichen. Ständig war ich unterwegs und meine Vorsätze, viel zu schreiben, habe ich nur rudimentär umgesetzt. Immerhin habe ich für die Lesung zum Thema Zeitverschwendung ein paar Kürzestgeschichten kreiert, die mir wirklich gefallen und die ich wohl vorlesen werde. 

Mehr Infos zum "Zeitverschwendung"-Event vom 21.-23. November: hier klicken!

für den Flyer: hier klicken (PDF)

**************

Alles Leerlauf oder was?

Ich denke immer mal wieder über Fügungen nach. Über Zufälle und sogenannte Führung. Gibt es die eigene, freie Wahl wirklich oder entwickeln wir uns - unbemerkt - nach Vorgaben? Und ... falls es tatsächlich in mir angelegte Visionen gibt, müssen die sich denn nicht genauso "automatisch" erfüllen, wie jene einer Blume, die ihrer Vision gemäss, wächst, gedeiht und blüht? (Wenn auch im Falle der Blume die Vision auf biologische Prozesse beschränkt ist). Das einzige, was ich zu tun habe, ist, demzufolge, sie zu giessen, zu düngen und der Sonne auszusetzen, damit meine Blume ebenso wie meine Visionen nicht vor ihrer Zeit verdorren.

Und trotzdem werden sie eines Tages verdorren, unweigerlich. Früher oder später. Je nach dem, wann ihre Zeit um ist. Dennoch ist die Zeit zwischen Saat und Sterben wertvoll. Muss sie ja wohl, da leben sonst sinnlos wäre und, auch wenn es im Vergleich zur Grösse des Universums nur eine kurze Zeitspanne dauert, nur ein winziger Punkt ist, mag ich nicht an dessen mögliche Sinnlosigkeit denken. Und ... wer sagt überhaupt, wann die Zeit um ist - die Zeit meiner Blume ebenso wie die meines Lebens? Können denn schlechte Wachstumsbedingungen nicht auch zur Vision einer Blume gehören und sind genetische Programme bedingungslose, göttliche Programme? Bleibt uns denn wirklich nicht mehr zu tun, als Wachstumsbedingungen zu optimieren, unsere und jene der anderen (Blumen)? Und was ist, wenn uns dies misslingt?

Wieso verlange ich vom Leben, dass es gefälligst sinnvoll zu sein habe, wieso behandle ich "sinnvoll" und "wertvoll" als Synonyme, was sie meines Wissens nicht sind, und wieso bin ich bloss im Herbst immer so anfällig für derart fatalistische Überlegungen?

 

sonnen-tag, 19. oktober 2008

Gestern hatte ich einen sehr glücklichen Tag: Ausschlafen. im Haushalt werkeln, waschen, putzen, da und dort aufräumen ... dann lesen, lesen, lesen - sogar im Wald - ein Krimi von Anne Holt, der mir fast den Atem geraubt hat!

Am Abend mit einer lieben Freundin ins Kino. "non pensarci", ein herrlicher tragikomischer italienischer Film über Familienlügen. Wunderbare Dialoge! Als der Protagonist Stefano mit 35 Jahren von seiner Mutter erfährt, dass sein Vater nicht sein Vater ist, sagt er: "Wie schön es doch war, als wir uns noch belogen haben ..." Herrlich schräg, der Film!

Anschliessend auf ein langes Bier in eine gemütlichen Kneipe. Über Göttin, die Welt, das Leben und die Liebe philosophieren. Und über den Tod. Über Grenzerfahrungen wie Burnouts und so weiter. Dabei spüren, dass ich wieder lebe. und dass dieses Michwiederspüren mich beglückt. und dass es das Michnichtmehrgespürthaben ist, das mich in der letzten Zeit so unglücklich gemacht hat.

Als ich nachts nach Hause kam, sah ich einen Berg Ziegel vor dem Nachbarhaus liegen, fein säuberlich gestapelt. Nachbars haben nämlich zurzeit keine Ziegel auf dem Dach! Item. Die Ziegel. In Vals siehst du nirgends industriell angefertigte Ziegel. Alle haben zurechtgehauene Valser Steinplatten. Auf dem Dach.

Ich selber fühle mich eher als Valser Steinplatte, denn als Industrieziegel. Das zurechtgehauene mag meine Akzeptanz der grundlegenden Regeln der deutschen Schreibpraxis sein. Alles andere darf natürlich und manchmal hart wie Stein sein - schön für Hände, Augen und Herz. :-)

 

freitag, 17. oktober 2008

Valser Resümée ...

Das Schönste am Reise ist für mich das Nach-Hause-Kommen ... und das Sich-Erinnern! :-)


(zum Vergrössern aufs Bild klicken!)
Meine Wiese der "Schritt für Schritt"-Erkenntnis ...

***

Wie singt Büne so schön?
"... es landet jede immer wieder vor syre eigete Tür!"
(klick hier für Patent Ochsners "Globetrotter" auf 'YouTube'; mit witzigen Bildern unterlegt) 

Gute Nachrichten für alle MäusInnenliebhaberInnen: Piccola lebt noch und scheint wieder fit zu sein! 


Zerveiler Stausee und Staumauer von oben


... unterwegs nach Gadastatt -
sieht das nicht wie in den Alpujarras aus ...?


meine Loge von aussen (unten, mit Sitzplatz)


Fern sehen ...


Freitag Morgen ... der letzte Schuss vor der Abreise ...
schlotternd!

 © by janaluna

 

donnerstag, 16. oktober 2008 - VALS

Von Leithammeln und anderen Menschen

Ich liebe Spaziergänge. Sogar heute: Opa Himmel voller Wolken, graumeliert, bärtig. Bruder Wind atemlos am Keuchen und Pusten. Und Vater Sonne spielt Verstecken, hält sich die Augen zu, macht sich unsichtbar. "Wo bin ich? Ätsch, du siehst mich ni-icht!" Auch das ist Herbst. Regen allerdings mag ich lieber von drinnen. Spazieren ist die Gedanken baumeln lassen. Den Ziegen zuschauen, den Schafen und den Kühen. Katzen begrüssen, die mir über den Weg und Hunde streicheln, die mir hinterher laufen. Und über Leithammel nachdenken. Lacht nur! Ein interessantes Thema, das ich bereits gestern, beim Frühstück mit Melissa*, diskutiert hatte. Sie kennt sich gut mit Tieren aus. Viel besser als ich, obwohl ich fast immer Tiere hatte, Hunde, Katzen, Nagetiere. Aktuell Mäuse. Das heisst noch eine - oder vielleicht keine mehr? Piccola machte einen kranken Eindruck, als ich montags die Wohnung verliess. (Oder kommt sie bloss in die Wechseljahre?)

Alle meine Tiere seien irgendwie "Alter Egos" meiner Selbst, sagte ich. Und meinte es genauso. Das kennen wir doch: Der Hund sieht aus wie sein Herrchen - oder umgekehrt - und die Mäuse wie ...? Spitzohren und einen langen Schwanz habe ich keinen, doch bei meinen Mäusen ist mir meine These am meisten eingefahren. Die eine Maus war besonders scheu (wie ich zuweilen), die andere rotzfrech (kann ich auch sein!), eine weitere zum Alphatier geboren. Eine andere Maus war immer klar die Nummer zwei. Und dies, obwohl - oder gerade weil? - alle vom gleichen (Ur)Grosselternpaar abstammten. Heute also grüsste ich unterwegs Kühe beim Weiden und beobachte Ziegen, die alle einer einzigen über Stock und Stein folgten. Was macht das Alphatier zum Alphatier? Karma? Berufung? Begabung? Die ihm zugewiesene Rolle? Wieso folgen die andern? Wohin folgen sie? Folgen sie blind und überall hin? Wollen sie jemandem folgen? Wollen wir führen oder folgen? Wohin? Wieder so Fragen, worüber es sicher 1000 verschiedene Antworten gibt. Richtige? Gibt es richtige Antworten?

 

mittwoch, 15. oktober 2008 - VALS

Part I
Die Kunst des Thermalbadens. Oder warum der Kaiser keine Kleider trägt.

Nachdem Melissa* und ich uns begrüsst, den Magen gefüllt und das Dorf erkundetet hatten, machten wir uns gestern auf den Weg, das weltberühmte Valser Thermalbad zu geniessen.

Die Abkürzung, die wir gewählt hatten, stellte sich als ziemlicher Umweg heraus. Dabei umrundeten wir den architektonisch Aufsehen erregenden Steinbau. Das Dach mit Gras bewachsen, das Gebäude in den Berg hineingebaut: Wirklich beachtlich! Doch wo zum Teufel kommt frau da hinein? Ein im Aussenbereich ruhender Badegast erbarmte sich unser. Der Eingang zur Therme sei im Hotel. Noch immer war ich voller positiver Erwartungen. Wollte mich auf das eher minimalistisch gehaltene architektonische Meisterwerk, auf die angekündigte meditative Stille, einlassen. Doch schon in der Duschkabine fühlte ich mich sehr unbehaglich. Die düstern und spiegelnden Oberflächen der dunkellackierten Garderobe-Schränke beengten und irritierten mich. Wir knoteten unser Tücher an eine der unzähligen Tücherstangen und merkten uns den Standort derselben, den alles schien voller Becken und war für (uns) Neulinge total unübersichtlich. Als versierte – um nicht zu sagen, abgebrühte! – Thermalbadende wussten wir in etwa, was wir für den hohen Preis (normal Fr. 40.--, für uns als Valser Hotelgästinnen Fr. 26.--) zu erwarten hatten. Das Melissa'sche* Düsenfieber brach aus, will heissen unsere vergebliche Suche nach Sprudelvorrichtungen und Massagedüsen. Auch forschten wir nach im Wasser montierten Liegen zum Reläxen. Nichts da. Ausser unterschiedlichen Becken mit verschiedenen Temperaturen (von kalt bis heiss), dem Aussenbecken mit drei Wasserfallduschen und schönster Bergsicht, sowie ein paar Spezialduschen, schwarz gestrichenen Liegeräumen und Ruheliegen mit Bergsicht, war da nichts. Nichts ausser Lärm. Denn durch die hohe Bauweise verstärkt sich der Lärm, verzerren sich die Geräusche und frau muss schreien, um sich zu unterhalten. Von meditativer Beschaulichkeit nichts zu spüren. Na ja, man kann Minimalismus auch übertreiben. Zugegeben, die Architektur ist schön. Wenn jemand kubistische Formen liebt. Oder Stein - so wie ich. Und dafür hat es sich gelohnt. Granitstein fühlt sich besser an als blau gestrichener Beton. Aber damit hat es sich auch schon. Obwohl, zugegeben, das Gefühl danach, sehr schön war - wie nach jedem Thermalbad. Nach Wiederholung jedoch schreit diese Therme nicht, nicht bei mir jedenfalls. Schönes Design, das im Alltag durchfällt. Viel Lärm um nichts: "Der Kaiser hat ja keine Kleider an!“

Spielen, Krimi gucken (wozu habe ich denn einen Fernseher, wenn nicht dazu?), austauschen bis in die Nacht, frühstücken bis in den später Vormittag und schon ist es Zeit für den Abschied. Schön wars!


Part II
Das Wandern ist Janalunas Lust, das Wa-a-ndern ...

Weil der Wetterbericht für morgen Regen prophezeit hat, ich meine neuen Wandersocken einlaufen, die Wanderschuhe nicht vergebens mitgeschleppt haben und den Tag geniessen will, beschliesse ich, mit dem Postauto zum Zerveiler Stausee zu fahren und von dort nach Gadastatt zu wandern. Offenbar hatten alle anderen Valser Touristen und Touristinnen die gleiche Idee. An der Postautostation stehen sie bereit. Goretex und Faserpelz soweit das Auge sieht. 

Ich habe mich auf eine kurvenreiche Fahrt eingestellt, zu Recht! Die Strasse wird immer enger und ist schliesslich nur noch so breit, dass Kreuzen unmöglich ist. Von Überholen will ich hier gar nicht reden. Ich sitze aussen und blicke in Abgründe, die ich mir lieber nicht zu genau vorstellen will. Nachdem ich mir alle möglichen Schreckensszenarien ausgemalt und mich dem Schicksal ergeben habe, kommt es noch dicker. Ein Tunnel. Generell finde ich das Tunnelfahren zwar nicht wirklich toll, aber es geht. Doch so einen Tunnel habe ich nun doch noch nie erlebt. Er ist kaum breiter und höher als das Postauto, einspurig, mit Lichtampel. Ich hole Atem und versuche die neuen Schreckensbilder nicht zu beachten. "Was wäre, wenn ..." . Für Fussgänger ist der Tunnel verboten. Erstaunlicherweise gewöhnt mensch sich an alles, sogar an so gruselige Tunnels. Irgendwann habe ich mich daran gewöhnt und schliesslich sehen wir das Licht am Ende des Tunnels. Habe ich mich wohl je mehr über das Tageslicht gefreut? Beim Stausee angelagt, ist mein innerer Stausee übervoll und ich eile ins Restaurant, um mich zu erleichtern. Schon stehen ein Kellner und eine Kellnerin bereit und informieren mich mit ausgetreckter Hand darüber, dass der Toilettenbesuch einen Franken kostet. Zahle ich doch gerne, wenn ich nur endlich ...

Die Wanderung nach Gadastatt hat nur eine grössere Steigung, hat mir meine Wirtin gesagt. Oder einen grösseren Abstieg, wenn ich die Wanderung in der umgekehrten Richtung gemacht hätte. Doch die ist nicht ohne. Doch zuerst genoss ich den Gang über die Staumauer. Herrlicher See. Herrliche Berg. Die Sonne scheint. Was will frau mehr? Dann der Aufstieg. Waren zu Anfang noch alle Wanderer fast wie auf einer Schulreise dicht aufeinander, verteilten sie sich nun allmählich. Zum Glück, denn Lust auf eine gemeinsame Wanderung hatte ich nicht. Ältere Jahrgänge überholte ich, jüngere waren alle minderjährig, die mit ihren Eltern unterwegs waren. Wo sind denn all die Gleichaltrigen? Na ja, die von mir gewählte Wanderung ist nicht sehr anspruchsvoll, obwohl ich froh bin, dass ich meine Wanderschuhe angeschnallt habe. Die gröbste Steigung ist nach ungefähr einer halben Stunde geschafft. In der Sonne, hinter einer Alphütte, mache ich Siesta. Knabbere Birne und Darvida, geniesse Ruhe und Aussicht, und lasse die Masse der Wandernden an mir vorbeiziehen. Später werde ich die eine oder den anderen immer wieder sehen. Mal überholen sie mich, bei der nächsten Rast, mal überhole ich sie, wenn sie rasten. Mein Weg führt an Hecken und Stauden vorbei, durch Moorland. Die Baumgrenze habe ich längst hinter mir gelassen.

Eine Bank an der Sonne lädt mich zum Verweilen ein. Ich schliesse die Augen. Ein Klangteppich hüllt mich ein, der so ganz anders ist, als jener in der Stadt. Das Rauschen des unterirdischen Wassers. Das Knistern des Windes, der über das dörre Gras streicht. Weit entfernt ein Flugzeug. Stille. Sonne im Gesicht. Geruch nach feuchter Erde und Laub. Herbst.

Schliesslich packe ich mein Buch aus und besuche eine Stunde lang Detektiv Carvalho in Barcelona. Das letzte Wegstück gefällt mir topografisch fast am Besten. Durch den stetigen Abstieg bin ich nun wieder in Baumhöhe. Märchenhafter Wald! I love it! Immer wieder kleine Bäche. Bald erreiche ich Gadastatt. Ein Restaurant und eine Gondelbahnstation. Und ein schlafender Bügelskilift, der den Berg zu meiner Linken erschliesst. Im Winter mag hier Hochbetrieb sein, doch heute ist tote Hose. Ein Restaurant mit Selbstbedienung, eins wie es an jeder Skiliftstation zu finden ist. Ich geniesse an der Sonne sitzend und auf die Gondel wartend Eis, Süssmost und die Fortsetzung meines Buches. In der Gondel habe ich angenehme Begleiter. Ein Einheimscher, offenbar ein pensionierter Hausarzt, erklärt seinen beiden Gästen die Umgebung. Danke schön! In Vals finde ich eine herzige Käserei, decke mich mit ein paar einheimischen Käsesorten ein und spaziere „nach Hause“. Ich bin gelandet!

 

dienstag, 14. oktober 2008 - VALS

Alleine Ferien machen, ist mir noch ziemlich fremd. Alles muss selber entschieden werden. Nur das tun, was ich will. Kann ich das überhaupt?

Alleine reisen hingegen geht gut. Obwohl ich immer froh bin, wenn ich ankomme. Vor allem mit öffentlichem Verkehr. Bei berstend vollen Zugabteilen! Was frau in vier Stunden alles so erlebt, ist eine Geschichte für sich. Sich von Geisterhand öffnende Türen sind nur eins der vielen Kleinigkeiten.

Alleine Ferien machen, heisst auch, sich selbst zu begegnen, am Tisch kein Gegenüber zu haben, um sich auszutauschen. Es bedeutet, alleine zu frühstücken. An einen für zwei gedeckten Tisch zu sitzen, denn wer deckt schon für nur eine Person?

Geschlafen habe ich schlecht. Unvertraute Geräusche. Eine Neonröhre, die nach dem Löschen eine halbe Stunde lang knistert. Laute Nachbarn, die spät nach Hause kommen. Kirchenglockengebimmel mitten in der Nacht. Ansonsten ist es wunderbar hier, will heissen, die Umgebung ist wunderbar! Vals liegt mitten in einem Talkessel, eingeschlossen von zwei Bergketten. Doch das Tal ist breit genug, zumindest jetzt noch, die Sonne aufzusaugen. Ich wohne Parterre, Südseite, Sonnseite! Auf dem Gartensitzplatz habe ich gestern im T-Shirt geschrieben, und das Mitte Oktober! Fotos kann ich keine hochladen, da ich mein Kabel vergessen habe,  um die Bilder von der Kamera auf den Laptop zu schieben.

Nach dem Frühstück heute Morgen habe ich das Dorf erkundet. Tönt grossartig! Für eine Tageswanderung reicht es heute nicht, da in einer halben Stunde meine Freundin Melissa* eintrifft. Meine grossartige Dorferkundung war allerdings nur kurz, das Dorf klein. Einem Wanderweg folgend, der über weite Matten führt, stieg ich aufwärts. Irgendwann hatte ich für meinen Geschmack genug Höhe erreicht. Was für eine Aussicht! Auf den Bergzug gegenüber zum Beispiel, den ich gestern Nachmittag beschnuppert hatte. Ins Tal. Aufwärts zum Himmel. Rundsicht. Hinter mir kippt die Sonne ihr Licht aus. Magische Bergwelt.

Natürlich hält mich, die ich nun langsam an Abstieg denke, nichts mehr auf den vorgegebenen Pfaden. Noch höher will ich heute nicht. Ich steige auf der Wiese abwärts, die so steil ist, dass sie mich an meine Landdienste und ans dortige Heuet erinnert. Der Bauer damals meinte, seine Matten seien so stotzig, dass man die Kühe anbinden müsse zum Grasen. Und die Katzen auch, damit sie mausen konnten. Mir half nur eins: Nicht abwärts schauen! Die Herausforderung würde mich blockieren. Schritt für Schritt in Stemmbogen ähnlichen Kehren nahm ich mir die Aufgabe vor, den Abstieg ohne Stürze zu schaffen. Guter Vorsatz! *lach* Den Blick aufs Detail richten, den Boden spüren, herausfinden, wo das Gras unter meinen Füssen rutscht und wo mich der Untergrund trägt. Nein, ohne Stürze habe ich es nicht geschafft, und ich gestehe, dass ich am liebsten den ganzen Hang auf dem Hosenboden runter gerutscht wäre. So aber stand ich wieder auf, lachte und stieg weiter abwärts.

Heute lassen wir uns im Thermalbad verwöhnen. Ich hoffe, dass ich mich endlich entspannen kann. Loslassen. Sein.

 

sonntag, 12. oktober 2008

Warum ich Webtagebuch schreibe? Warum ich meine Gefühle teilen will, sei es in Texten im Forum oder in Mails? Oder im Webtagebuch? Vielleicht weil ich egomanisch und exhibitionistisch bin. So what? 

Ticken wir nicht alle irgendwie so? Alle haben wir doch irgendwelche Ecken weg! Die Kunstwelt ist doch voller exhibitionistischer EgomanInnen! Und irgendwie gefällt mir das sogar, denn dadurch entdecke ich ja die Gefühle anderer und begreife, dass ich mit meinen nicht alleine bin. Der berühmt-berüchtigte Wiedererkennungseffekt, jawohl!

Janaluna hat Ferien, jiipiiee! Und die gibts nur, wenn frau arbeitet - einer der Vorteile, die für eine Festanstellung sprechen.  Nachteile gibt es allerdings auch: Ich sehne mich bisweilen nach meinem elfmonatigen Timeout, nach jener Zeit, die ich hatte, für mich, fürs Schreiben. Doch eben, eins hatte ich nicht: Ferien! Morgen fahr ich für ein paar Tage nach Vals. Baden, Natur, Wandern, Sein, Schreiben. Meine Freundin Melissa* wird mit besuchen. Endlich mal wieder Zeit zum tratschen!

Die zweite Woche? Ferien zuhause. Ein Mix aus Schreiben und Leute treffen, Kultur erleben. On verra.

Tut das gut! Ja, ich war bei der Arbeit wirklich ziemlich am Limit letzte Woche. Hab schon fast im Roten gedreht und ein paar peinliche Fehler gemacht! Doch nun, nach ein paar Tagen ausschlafen, geht's mir bereits wieder viel besser.

Ach übrigens: Inzwischen arbeite ich bereits an neuen Entwürfen für die Lesung im November. (siehe Eintrag vom 4. Oktober).

 

samstag, 4. oktober 2008

"Schneller, noch schneller. Gratis-Karussell vom Gröbsten. Hilfe, ich will aussteigen.
    Geht nicht.
    Ich taste nach der Wolldecke, breite sie, so gut es eben geht, auf dem Boden aus und lege mich drauf. Immerhin werde ich so nicht stürzen. Und mich dabei womöglich verletzen. Der Magen dreht, allerdings quer. Nach oben. Mir ist speiübel. Jetzt, wo ich auf dem Bauch liege, hört das Drehen auf. Na, wunderbar, denke ich, denn ich habe ja noch was vor heute Abend. Will mir mal wieder einen gute Film anschauen. Keine Zeit für Kreislaufprobleme oder was immer da drinnen abgeht.
    Entschlossen setze ich mich auf, doch nun geht der Spuck von vorne los."

So beginnt eine Kurzgeschichte, die ich gestern geschrieben habe. Für einmal autobiografisch. Die Fortsetzung - resp. natürlich die ganze Geschichte - werde ich vermutlich vor Publikum vorlesen. Ende November. An einem Kultur-Event zum Thema "Zeitverschwendung" in Bern. Nur vielleicht. Denn ich kann mich mal wieder nicht entscheiden. 

Die letzte Woche verbrachte ich mehrheitlich in Schieflage. Obwohl ... das Weekend war sehr erholsam. Die Zürcher Novemberschreiben-Lesung, heute vor einer Woche, war sehr gemütlich und anregend und der anschliessende Besuch bei meiner Freundin Salomé*, die in der Nähe von Zürich wohnt, sehr wohltuend und nährend - im doppelten Sinne.

Am Dienstag erhielt ich von meine Scheff einen fast peinlich genialen Probezeitbericht (waaas? schon drei Monate dort?!). Alles schön und gut, doch ansonsten war es mir eher schräg zu Mute: Am Dienstag Abend suchte mich eine Lagerungsschwindel-Attacke heim und zwang mich in die Knie (siehe obiger Text). Auch schwebten depressive Wolken tagelang bleischwer über mir, die ich nun langsam fortgeblasen habe. Hoffentlich.

Gestern die Geburtstagsfeier meiner Freundin Ba.*, heute Abend "Kandlbauer live" (im ONO Bern) ... und so ganz nebenbei habe ich wieder zu schreiben angefangen. Meine Lethargie überwunden und neue Texte gewoben. Auch der nächste SPUREN-Text nimmt langsam Gestalt an.

 

freitag, 26. september 2008

Zeit existiert nur in unserer Vorstellung, hat Grandmother Sara zu mir gesagt, vor ein paar Wochen. 

Leere und Fülle. Vergänglichkeit.  

Nie werden mir diese Begriffe bewusster, wie dann, wenn es Herbst wird. Nie wird mir bewusster, wie klein ich bin, wie in jenen Momenten, wenn ich über Herbstlaub spaziere. Wie klein ich doch bin, gemessen an den komplexen Zusammenhängen unserer Erde! Nichts bleibt, wie es ist. Alles wandelt sich. Auch meine Lilie. Ob sie ahnt, dass sie im nächsten Juni wieder neue Blüten öffnen wird?

 

sonntag, 21. september 2008

herbstanfang - zum ersten ...

... und ich bin wieder gesund ... gleich zwei gute nachrichten. oder eine schlechte und eine gute? oder beides. oder weder noch, da ich ja nicht werten will ...


die letzten tage habe ich mit meinem neuen laptop verbracht. programme installiert. dies und das ausprobiert. und nun verfasse ich den ersten text mit einem neuen opensource-webdesign-programm, das mein herkömmliches design übernimmt. nicht schlecht. bin ja gespannt, wie es aussieht!!! habt geduld mit mir, bei mir dreht sich zurzeit alles um die technik. :-) es tut einfach mal gut, zeit zu haben.  obwohl, ich habe ja noch abgemacht, später ... im wald. auch gut ...

herbstich1

the lady in black

herbstich2


... herbstanfang - zum zweiten ...

 ... ein sonntag im wald ...

feuerfrau janaluna 1

im wald1

noch lässt sich beinahe lesen, was ich verbrenne ... bewerbungen, absagen, alter ballast ...



feuerfrau janaluna 2

wald2

asche zu asche ... vergänglichkeit

 


dienstag, 16. september 2008

Kann Reizüberflutung krank machen?

Eine rein rhetorische Frage. Oder doch nicht? Doch nicht rhetorisch? Oder doch nicht vom Zuviel an Anreizen und Action krank geworden? Sowohl als auch?

Eigentlich brauche ich kein "Warum?" für mein Fieber, das ich seit gestern Abend, nach einem schlappen Bürotag in mir habe. Und auch keine Antwort. Wir sind, wie wir eben sind, das Fieber und ich. Und so hänge ich - ohne zu kämpfen - in den Seilen. Nur schon der kurze Weg vorhin ins Coop war ein Kraftakt. Deshalb erlaube ich mir, morgen nochmals zuhause zu bleiben. Obwohl ... "natürlich geht es nicht ohne dich! Dein Fehlen kommt einem Weltuntergang gleich", meinte mein Scheff, als ich vorhin kurz angerufen habe, lachend, "doch natürlich geht deine Gesundheit vor!" Ein schlechtes Gewissen nützt definitiv niemandem. 

So what?

So werde ich auch morgen einfach nur sein. Möglich, dass mich gar wieder einmal die Muse küsst. Ich habe es genossen, heute mal einfach wieder einmal nur mit mir zusammen zu sein. Das Wochenende war denn doch - obwohl schön - sehr intensiv und dicht. Das Zusammensein mit Menschen, selbst den liebsten, fordert eben Konzentration. In letzter Zeit stelle ich fest, dass ich mich am Besten regeneriere, wenn ich mich auf nichts konzentriere. *grmpf* Ist wohl nicht eben sehr spirituell gedacht, wo doch die ganze Meditation auf KonZENtration abzielt? Na, ich sag's ja schon lange, ich bin einfach nicht der meditative Typ.

So what? 

 

mittwoch, 10. september 2008

Zeit existiert nur in unserer Vorstellung. Die Zeit hat auf der unsichtbaren Ebene eine ganz andere Bedeutung, hat Grandmother Sara gesagt.

Was für eine Ehre für meine Freundin Novita* und mich, uns am letzten Sonntag Abend mit der Stammesältesten der Mohawk austauschen zu dürfen. Zwar war ich müde, denn ich hatte kaum geschlafen in der Nacht zuvor, doch diese Gelegenheit und dieses Geschenk wollte ich nicht verstreichen lassen. Doch alles der Reihe nach! Vor neun Tagen wurde ich angefragt, ob ich einen Artikel über die „5. Universal Peace Celebration“ schreiben würde. Ich sagte sowohl „Spuren“ als auch dem „Zentrum für Einheit" auf der Schweibenalp zu. Was genau daraus wird, ist noch offen. Doch dass ich sehr beschenkt worden bin, ist keine Frage. Die vielen Gespräche, auch mit den Verantwortlichen der Schweibenalp, klingen nach. Neue spirituelle Impulse für mein Alltagsleben sind gesät.


Die Schweibenalp


Im Tempel

Trotzdem: Ich bin müde. Trotz all der Erkenntnisse, dass die Zeit und damit wohl auch meine Müdigkeit - nach nur knapp sechs Stunden Schlaf - vermutlich nur in meinem Kopf existiert. So viel war los - bei der Arbeit und eben auch privat. Gestern feierten wir den Geburtstag meiner lieben Freundin Lotta*. Einer jener so wunderbar gemütlichen Abende unter dem Sternenhimmel, der nie enden sollte. Doch ausgerechnet am Tag danach - sprich: heute - musste ich noch früher aufstehen als sonst! Ich durfte nach Zürich an eine Schulung in Typo3, jenem Webprogramm, das „mein“ Hilfswerk für unsere Website benützt. Nun bin ich dazu ermächtigt, innerhalb unseres regionalen Webauftrittes die Daten zu redigieren. Welche Ehre :-)))!

Glücklicherweise steht das nächste Wochenende ganz im Zeichen der Entspannung und der Musik. Am Freitag bekomme ich von einem lieben Freund eine Esalen-Massage. Am Samstag geniesse ich mit einem anderen lieben Freund Konstantin Weckers und Pippo Pollinas Musik (Salzhaus Brugg) und am Sonntag mit einer lieben Freundin MiNas Songs (Mühle Hunziken). Yeeeah!

Alles gut und recht und schön, nur – bitte schön! – wann soll ich da noch schreiben?

 

samstag, 30. august 2008

"Unten oder oben?" "Oben!" "Nein, unten!" "Also rechts?" "Nein, links!" "Ja, ich meine, rechts, dort drüben! So war's jedenfalls das letzte Mal!"

Amüsiert belauschen Vina* und ich das ältere Paar, das unschlüssig diskutiert und schliesslich den gutgemeinten Ratschlägen anderer folgt. Oder eben nicht. "Ich fange rechts an, unten ...", sage ich zu meiner Freundin und wate durch das warme Wasser zur ersten Düse. Wo sich inzwischen der ältere Herr einen Platz gesichert hat. Die Signallampe ist heute ausgeschaltet, so dass wir uns auf unsern eigenen Rhythmus besinnen dürfen und im eigenen Takt die Düsen wechseln. Herrlich. Vorher haben wir uns die Sprudelliegen gegönnt. Meine Ohren unter Wasser, die Augen geschlossen liess ich alles draussen und mich auf tiefste Entspannung ein. 

Später picknicken wir im Wald. So richtig edel, mit Decke und Tee danach. Auf dem Heimweg steige ich verzaubert auf die Bremse - im gleichen Moment wie Vina* "Bitte halt an!" ruft. Wir haben das Paradies gefunden! Mit den Armen voller Blumen, im üppigen Spätsommerfeld gepflückt, steigen wir eine halbe Stunde später wieder ins Auto. Reich beschenkt. Ein Tag Ferien im Paradies. 

Endlich zuhause = endlich den Briefkasten öffnen ... Jaaa! Sie ist da!
(siehe Eintrag vom Freitag, 29. August 08)

"Ich war enttäuscht. Sehr sogar. So enttäuscht, wie es frau nur sein kann, wenn sie sich extrem auf etwas gefreut hat und dieses oder dieser Etwas ihre Erwartungen nicht erfüllt. Traurig war ich, und frustriert. Wie hatte ich dieser Begegnung entgegengefiebert! Zwar toppte der erste Blickkontakt meine Erwartungen, die das zuvor gesehene Bild in mir zurückgelassen hatten. Doch es geht ja nicht nur um das Aussen, nicht wahr, denn, wie gesagt, der Rest kam völlig flach bei mir an. Doch der Käse ist ja nicht schuld daran, wenn ich ihn esse, bevor er chambriert ist. Ebenso wenig der Wein, der noch nicht geatmet hat.
   Und ausserdem weiss ich ja, dass jedes Innenleben eine komplexe Angelegenheit ist und nicht in einer ersten Begegnung durchschaut werden kann. Doch diesmal war ich ungeduldig und alles hätte genauso sein müssen, wie ich es mir vorgestellt habe. Falls ich überhaupt konkrete Vorstellungen gehabt hatte.
   Es kam, wie es musste, denn, wie immer, gebe ich allem und allen die berühmte zweite Chance. Nun, bei dieser zweiten Begegnung ist es nicht geblieben, natürlich nicht. Bald folgte die dritte, die vierte ... und nun ist es um micht geschehen. So muss sich Liebe auf den zweiten Blick anfühlen! Wunderbar, herrlich, genial ... unbeschreiblich! Ich kann nicht genug "davon" bekommen! "... säg, isch es das, wo du dir gwünscht hesch?" JA! "... uf di wartet no so viu meh."
   Mit jedem Mal gefällt mir besser, was ich wahrnehme. Was meine Sinne aufnehmen. Ich spüre hin, tauche ein und ab, höre gut hin. Jedes Mal entdecke ich neue Nuancen, neue Zwischentöne, neue Klänge. Da versteckter Humor. Dort Melancholie, natürlich, und Wortwitz. Und Schieflagen. Blues neben purer Lebenslust.
   Nun weiss ich, dass Rimini eine Reise wert ist. Und „The Rimini Flashdown“ sowieso, die Neue von Ochsners."

(aus meinem forum-blog "AllTaxZöiX" ... mehr? hier klicken ...)

 

donnerstag, 28. august 2008

Noch einmal schlafen! 

Ochsner-Fans wissen, wovon ich schreibe! Morgen ist es soweit: "The Rimini Flashdown" liegt (hoffentlich!) in meinem Briefkasten! Zurzeit höre ich täglich "Globetrotter", eine Single-Abkoppelung der neuen Scheibe, rauf und runter, "mau liecht wie ne vogel, mau schwär wie blei".

Ich gestehe es: Ochsners sind mein Wohlfühlprogramm! Je länger, je mehr. Einige schütteln zwar über mich den Kopf und fragen - sich und mich -, was mir an "diesen Seelenblüttlern" gefällt. Mir egal. Wieder andere verstehen, weshalb ich diese Jungs und Monic so mag ... Doch letztlich ist es mir egal, was andere denken!

Wie oft habe ich mich in den mal derben, mal skurillen, dann wieder poetischen oder auch schwermütigen Klängen und Worten ihrer Songs wiedergefunden. Nicht nur wiedererkannt, nein, sondern wieder zu mir zurückgefunden, mich wieder neu zusammengesetzt, nachdem ich mich an den Haaren aus dem Sumpf gezogen habe. Ochsnersseidank! Jaaa, und ich freue mich auf die Tournee wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Ende Oktober in der Mühle Hunziken heisst's mal wieder 'Ochsners live' - die Tickets sind reserviert! Jaaa! 

"I ha no lang nid aus entdeckt, wo sich vor mir het verschteckt! ... glych wohi dr wind eim treit, es landet jede immer wieder vor syr eigete tür."

"Globetrotter" auf You Tube, live vom Bundesplatz Bern, von der EM-Eröffnungsfeier 08; hier klicken für mehr ...

Meine Arbeitswoche war, gelinde gesagt, chaotisch, Vom Arbeitsvolumen her einerseits, doch ebenso von den Thematiken her. Meine Stressresistenz glich einem Seiltanz. Gefallen bin ich nicht, nein, doch wenn es immer so stressig wäre, - und hier zitiere ich meinen Scheff, der mir aus dem Herzen gesprochen hat - wäre es wohl nicht lange mein Ding. Inzwischen haben wir unsere Schoggigesichter abgelegt, wir fünf unseres Büroteams, und sind immer authentischer, bewahren gemeinsam das Boot vor dem Kentern und (er)tragen die Belastungen gemeinsam. So gut es eben geht. Das fühlt sich, trotz allem, richtig an. Und so, als wäre ich schon lange mit an Bord, nicht erst kurze zwei Monate!

Gut, dass ich dazwischen abschalte, lese und schreibe oder meine FreundInnen sehe. Sei es im Kino, auf ein Bier, im Wald zum Rituale feiern oder wie morgen zum Solbaden ...  "I ha no lang nid aus entdeckt, wo sich vor mir het verschteckt!"

 

freitag, 22. august 2008

mein wort zum tag: ich wünsche mir ein sonniges feld ... hobbes macht es mir vor!

 

 

sonntag, 17. august 2008

Von Pausen und anderen Dingen, die das Leben reich machen ...

Das Lächeln bleibt kleben. Ich kann nicht anders. Will auch nicht. Alle lächeln. Ein lächelnder Kreis. Schweisstropfen purzeln aus Poren, Gesichter glänzen mit Augen um die Wette. Unser Gewinn heisst Lebensfreude – auf senegalesisch. Djembe- und Trommelklänge erobern meine Innenräume, schütten Glückshormone aus, die mich mitreissen und meine Füsse verzaubern. Armpaare schwingen durch die Luft und das Lächeln auf meinem Gesicht klebt noch immer.

In den Tanzpausen stürzen wir uns aufs Büffet. In den Esspausen tanzen wir. Was für ein Fest! Geschichten schieben sich von Ohr zu Ohr. Zum Beispiel jene von der Kleinen Eiszeit im 14 Jahrhundert. Oder jene vom in vier Jahren erwarteten Wechsel der Pole, respektive ihrer Magnetfelder. Wir betrachten die Mondfinsternis und fühlen uns privilegiert. Eine erzählt, wie sie vor Jahren aus Tschechien in die Schweiz übersiedelte. Mit Deutschkenntnissen, die sich sehen lassen konnten. Wie sie an ihrem ersten Morgen in der grossen Stadt an der Bushaltestelle stand und den Menschen zuhörte. Und dabei kein Wort verstand. So viele Touristen!, dachte sie. Vermutlich Holländer. Stunden später hatte sie begriffen: Von wegen Touristinnen, Eingeborene!

Die nächste Eiszeit kommt, sagt jemand. Bald. Nicht heute Nacht, nein, auch nicht morgen. Erst nach uns. Doch davor wird sich die Erde erwärmen. Davon spüre ist nichts. Nicht jetzt. Ich friere. Der Mond steht als schmale Sichel am Himmel. Schon bald wird sich der Schatten wieder verzogen haben, den die Erde auf ihren Trabanten wirft. Nichts ist für immer. Auch das Glück nicht, denn kaum sind wir Findende, suchen wir das Nächste. Als Unterwegs-Wandelnde sind wir wohl hier, auf der Welt, als Lebenstänzerinnen, nicht als solche, die eines Tages 'fertig' sind. Vielleicht besteht die Kunst des Lebens gar darin, Pausen zu schaffen? Und in den Pausen nichts zu wollen ... nichts anderes als Pause. Ob gar das 'Immer mehr wollen' unser eigentliches Problem ist? Andererseits können wir uns nur als Suchende entwickeln, weiterwandeln ... Paradoxien mal wieder - auf dem Weg zum Glück, dass wir je weniger fassen können, je konkreter wir es uns vorstellen... Ich lächle glücklich den Mondschnitz am Himmel an.

 

mittwoch, 13. august 2008

eigentlich bin ich zu müde zum schreiben ... 
eigentlich möchte ich mich in die badewanne legen ...
eigentlich möchte ich reläxen, denn mein rechter arm tut weh ...

nicht vom spörtle, nein, nicht tennisarm, iiich doch nicht! eher mausarm, obwohl ich doch soo reich bin ... also doch nicht mausarm, sondern maus-arm (= sehnenscheidenentzündung von der computerarbeit vermutlich) ... *jammerjammer* ... nein, abgesehen von einer katrigen müdigkeit gehts mir sehr gut - ich geniesse das leben. am montag morgen ging ich ins büro, um mich vom wochenende zu erholen ... 

nicht, dass ich im büro eine ruhige kugel schiebe, im gegenteil, denn zurzeit ist die arbeitsfülle nicht eben klein und ich übe mich täglich im prioritäten setzen. doch privat war in den letzten zehn tagen noch mehr action als bei der arbeit. fast ständig war ich auf achse und diese woche gehts im gleichen takt weiter ...

frau muss doch feste feiern wie sie fallen! gestern zum beispiel "musste" ich unbedingt mit novita* deren geburtstag begiessen - inmitten einer wunderbaren, hauptsächlich weiblichen runde. am samstag steigt vinas* hochzeitsfest im afrostil, worauf ich mich sehr freue. und meinen göttibub besuche ich morgen nachmittag - auch ein kleines fest, da wir seinen geburtstag nachholen.

bloss, wann soll ich schreiben? am freitag?! doch da will ich endlich meine fenster putzen - bevor ich nicht mehr durchblicke!

wie gut, dass meine urtinktur-kur schon wirkung zeigt! von kopfweh keine spur (holz aalänge!), auch die verspannungen haben nachgelassen und ich schlafe momentan sehr gut. ob ich mir wohl von der natur die richtigen mittelchen schenken lassen habe? wäre ja super!

super ist auch, dass ich meinen schlüsselbund nicht ganz verloren habe. will heissen, ganz verloren schon, doch ist er - dank key-refinder - schon auf dem heimweg zu mir! dem finder, der finderin sei herzlich gedankt!!! 

 

dienstag, 5. august 2008

Rolf Lapperts "Nach Hause schwimmen" ist wohl das beste buch, das ich diesen sommer, neben fred vargas' büchern, gelesen habe! so unterhaltsam habe ich noch nie über suizid nachgedacht und gelesen, und doch ist - trotz des happigen themas "lebensunlust" lappert ein buch gelungen, das alles andere als depressiv ist, literarisch wertvoll, herrlich, tiefgängig, grotesk zuweilen, humorvoll ... ich bin "voll des lobes"! unbedingt lesen. (mehr ...)

ansonsten? am freitag tauchte ich mal wieder fast vollständig unter. sehnsucht nach lars. trauer. tränen. wut. schmerz. unfähigkeit mein alleinsein, das ich mehrheitlich als geschenk betrachte, zu geniessen. meine 1. august-einladung musste ich absagen. musste und wollte alleinsein und wollte es zugleich nicht. 

am samstag an der aare mit einer lieben freundin gedanken sortiert wie steine, die ans wasser gespült worden sind. ordnung gefunden und entdeckt, dass ich mit dem werkzeug, das ich mir im laufe des lebens zugelegt habe, langsam umzugehen gelernt habe. langsam habe ich übung darin, mich an den eigenen haaren aus dem sumpf rauszuziehen, bevor ich absaufe. ist doch auch nicht schlecht?! ich weiss, wie ich mit meinen depressiven phasen umgehen kann, ohne sie "abzuwürgen": zulassen, will heissen die dunkle perspektive zu akzeptieren, sie  verändern, indem ich einen anderen platz einnehme, meine einzelteile, scherben, bruchstücke neu sortieren, wieder aufstehen ... weitergehen. wie das wasser in der aare, in der ich am sonntag geschwommen bin. herrlich frisch. und doch erstaunlich warm. nach hause schwimmend? :-)

 

montag, 28. juli 2008


aux les lunettes, st. lupicin

zwei tage mini-ferien im französischen jura ... natur pur, gute gespräche mit salomé* und anderen 'familienmitgliedern meiner internationalen herzfamilie', essen am feuer, gewitterstürme und solche im kopf, herz und bauch. 

am samstag lag ich mit kopf- und bauchweh (menskrämpfen) darnieder und auf einmal brach der damm ... grundsatzfragen, die ich mir schon lange nicht mehr gestellt hatte, drängten sich in den vordergrund. in der stille, die ich dort fast jedes mal antreffe, kann ich völlig loslassen (ausser, wenn es zu viele gäste hat) ... was manchmal auch sehr weh tut. dieser ort hat so etwas einmaliges für mich. seit ich vor zwölf jahren dort gewohnt habe und immer wieder dorthin zurückkehre, erlebe ich es jedes mal von neuem: wie ich dort geerdet werde und zur ruhe kommen kann. diesmal der beruflichen hektik entfliehen konnte ... allerdings nur, um mich ihr - frisch gestärkt - wieder zu stellen. 

wie will ich leben? darüber haben wir eingehend gesprochen, salomé und ich. wie lebe ich mein potential? wie lasse ich mein glück zu? neverending questions ...

 

sonntag, 20. juli 2008

habe ich überhaupt etwas zu erzählen? 

in letzter zeit lese ich viele blogs. alle sind sie kuhl geschrieben, witzig, absurd, dramatisch, dass mir daneben meine alltäglichen schreibereien hier im internet-tagebuch - nicht BLOG, nein! - aus berufsleben & alltag sowie meine zeitweiligen gehirnakrobatiken furchtbar trivial erscheinen.

wie ich da jeweils schreibe, es gehe mir gut ... oder dass ich hin und wieder mit dem leben hadere ... dass ich spass an der neuen arbeitsstelle habe, mich zugleich frage, wie lange ich spass daran haben werde ... dass ich fragen und antworten habe, die oft genug überhaupt nicht zusammen passen ... dass ich nicht weiss, was morgen sein wird ... dass ich jetzt lebe ... dass sich mir das leben meist paradox darstellt ... dass ich am dienstag mit freundin x am schwarzwasser war und am freitag mit freundin y den ganzen tag buchstabenakrobatisch und kulinarisch kreativelte ... 

interessiert das? muss ich immer möglichst origniell sein? will ich das? jaja, ich weiss, dass sich alles so und anders erzählen lässt ... so what?

meine sätze der woche (© by janaluna)

"Gelassenheit ist eine Form von Ressourcenökonomie".

"Findend verlierst du den Zauber und die Sehnsucht der Träumenden."

 

samstag, 12. juli 2008

was für ein datum!!! dazu wieder ein samstag, wie vor fünf jahren! werde ich den geburts- und todestag meines sohnes lars wohl je 'vergessen', ignorieren? eher stelle ich mir vor, dass ich diesen tag mehr und mehr als dank- und gedenktag behandeln werde. dankbar meinem sohn, dass ich ihn, wenn auch nur kurz (drei jahre), kennen lernen und begleiten durfte.


in den ferien (vor sechs jahren)

heute bin ich aus einem sehr seltsamen traum erwacht. oder war es gar kein traum? eine art vision? ich schaute mir beim träumen oder zuschauen/zuhören zu und sah: meinen aktuelles leben hier als teil, als ausschnitt einer ewigen spur. (hier klicken: behelfsmässige zeichnung). in diesem klitzekleinen ausschnitt, das mein jetzt-leben im vergleich zur ewigkeit darstellt, betrachtete ich alles neu. die probleme, freuden, sorgen: alles eine frage des blickwinkels! ein gefühl von ewigkeit und dankbarkeit überkam mich und ich merke: ich kann GLEICHZEITIG gerne hier leben und mich auf die ewigkeit freuen. das geht. 

später bin ich nach o. gefahren, einkaufen und auf den friedhof. und zuerst dort in 'unsere' bibliothek. auch im coop, wo ich mit lars und in meinem 'jahr danach'  sehr oft war. seltsam, speziell, doch nicht mehr 'schlimm'. da war ein kleines mädchen, vielleicht 3, das mit ihrem kleinen trottinett herumfuhr und einmal bei mir von hinten in den fuss abbremste. ich schaute sie an, sie mich, ganz lange. ich plauderte mit ihr, doch sie schaute mich nur strahlend an, ohne den blick abzuwenden. ganz süss und ganz klar und offen. später sah ich sie mit ihrem vater. ein engelchen? ich kaufte fürs grab noch sonnenblumen. die liebte lars, neben lavendel-valänder, über alles. ich auch.

vom friedhof habe ich viel lavendel von lars' gärtchen mitgenommen und bei mir eingestellt. es duftet herrlich. die spielsachen (ein von lars gebauter legobagger und von einem cousin aufs grab gelegter traktor) habe ich nun endlich abgeräumt, die drei 'verchafleten' nuggis ebenfalls. denn lars ist kein kleinkind mehr, auch kein achtjähriger bub, er ist ein engel, ein helfer. das grab leuchtet lavendelviolett und vergissmeinnichtgrün, mittendrin sonnenblumengelb. ich habe lars gedankt für sein dasein, für seinen kurzen besuch in meinem leben. ganz deutlich habe ich das heute morgen in diesem bild/traum gesehen: wie er kurz da war, physisch, in meinem leben, und weiterzog. heute ist sein stern direkt über mir (siehe 'kleiner prinz', den er so mochte). und ich fühle ihn nahe. er ist nicht dort unten. der neue grabtext, den ich gestern geschrieben und laminieren lassen habe, hängt nun am kreuz - darauf dieser satz.

da ist dankbarkeit. und diese dankbarkeit ist ein perpetuum mobile, denn sie erzeugt staunen und dies wiederum neue dankbarkeit. eine ruhe ist in mir. schon auch trauer. ich würde lügen, wenn ich das nicht zugeben würde. aber eine leichtere trauer. eine sehnsucht nach ihm. aber nicht mehr lebensbedrohend und lebensfeindlich. darüber bin ich so froh.

auch alle meine freundInnen sind mitursache für meine grunddankbarkeit.

 

freitag, 4. juli 2008

alltag = fussballfrei + arbeiten + früher aufstehen = the big wheel ... ?  es dreht sich, das lebensrad. mit mir drauf.

eben habe ich in einer mail an eine freundin geschrieben: "ich glaube, dieses jahr hatte ich noch keine längere krise, ausser ein paar tagen blues oder PMS. oder habe ich allfällige krisen bereits aus der erinnerung gelöscht?

diese subjektive ansicht überrascht mich sehr. noch vor einem jahr oder so hatte ich noch das umgekehrte lebensgefühl: da nahm ich 'gute zeiten' als randerscheinungen wahr ... spannend. was da wohl passiert ist? nennt sich das heilung? vermutlich schon. natürlich bin ich mir bewusst, dass es kippen kann. es geht um achtsamkeit: was tue ich, wenn ich gewitterwolken aufziehen sehe? wenn der blues grösser zu werden 'droht'? ich reflektiere, beobachte. immer wertfreier und immer angstfreier. ich hüte mich gut, statt zu kämpfen. auch stelle ich fest, dass ich, selbst wenn ich unter leuten bin, bei mir bleiben, mich spüren kann - grösstenteils jedenfalls."

die neue arbeitsstelle? ja, ich habe gut angefangen. mit dem gesamtschweizerischen mitarbeiterInnentag (um die 200 leute) am dienstag. am mittwoch halbtags im büro einer filiale mit einer kollegin buchhaltung vertieft. und gestern büroschwimmfest. sitzung. protokoll schreiben. versuchen, die angefangene buchhaltung abzuschliessen. fehler suchen und finden (zum glück nicht von mir die fehler). schwimmfest inklusive mini-krise, mangels kompetenter ansprechperson - da diese in den ferien ist. das team hat mich ermutigt, dass das normal sei am anfang. ich müsse ja noch nicht alles können. etc. jaja, ich stelle fest, dass ich die tendenz habe, mich mit meinen hohen ansprüchen ans limit zu manövrieren. eine lebensschule, diese neue stelle. ich bin dankbar.

auch um den freien freitag. immer. frei-tag = schreib-tag!

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Januar 08 - Juni 08: hier klicken!

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  © by janaluna (kontakt - Betreff: Janaluna)

 

   


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