Der nebenstehende Zeitungsbericht und das untenstehende Bild sind im 'anzeiger', dem Ostschweizer Wochenmagazin (Woche 32; Augsut 07), erschienen.

siehe: www.anzeiger.biz

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Die Regenbogenbrücke

Ein mystischer Roman von Karin Jörger
ISBN 978-3-85603-057-5

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Mit Lust am Fabulieren

Als vierfache alleinerziehende Mutter hat die Thurgauerin schon viele Jobs ausgeübt. Ihre liebste Tätigkeit ist allerdings das Schreiben. Ihr Romanerstling «Die Regenbogenbrücke» ist eben erschienen.

von Helga Schabel

Aufsätze hat Karin Jörger immer gern gemacht, und als sie einmal einen Krimi fertig schreiben sollten im Deutschunterricht, fiel ihrer mit 40 Seiten am umfangreichsten aus. «Danach wusste ich, ich will Schriftstellerin werden.» Das hat zwar nicht auf Anhieb geklappt, Karin wurde erstmals Fotoverkäuferin, führte in Winterthur ein Geschäft, später in Ermatingen einen Kiosk, hatte Spass an der Arbeit, am Kontakt mit den Menschen, vergass das Schreiben. Als dann die drei Töchter heranwuchsen, wurde ihre Fabulierlust wieder übermächtig. Sie erfand Geschichten für die Kinder, verkürzte damit lang­weilige Autofahrten und las den Mädchen viel vor, Michael Ende, Astrid Lindgren, Harry Potter.

Über eine Freundin kam Jörger an die Farbtherapie Aura Soma. Da sie eine Tätigkeit suchte, die sie als Familienfrau daheim ausüben konnte, und sie die Methode überzeugte, liess sie sich zur Aura-Soma-Beraterin ausbilden. Als Diplomarbeit schrieb sie «Die Kristallhöhle, ein Märchen in Farben». Da war sie wieder, die vergessen gegangene Lust am Schreiben. Und da das Echo auf die fantastische Geschichte so positiv war, schrieb sie nun wieder regelmässig. Ein Jugendroman sollte es werden, die Töchter fanden den Anfang gut, ermunterten zum Weiterschreiben. Doch dann kam Nachzügler Dominik auf die Welt, das Schreiben rückte wieder in den Hintergrund. Karin Jörger ging viel im Zihlschlachter Hudelmoos spazieren mit dem Kleinen. Sie hatte schon früher die spezielle Atmosphäre des idyllischen Naturschutzgebiets genossen, hat mit den Mädchen unter Baumstrünken ganz leise, leise nach Elfen und Gnomen gesucht... Jetzt war ihr klar: Der Jugendroman wird in der realen Welt und in «Lichterland» spielen, wo die Naturwesen leben. Ein halbes Jahr hat Karin Jörger intensiv daran gearbeitet, hat Kinder und Freunde probelesen lassen, dann nochmals ein halbes Jahr überarbeitet; ihre Mutter, eine schulische Heilpädagogin, hat den Fantasy-Roman lektoriert und vor kurzem ist «Die Regenbogenbrücke» beim Gossauer Verlag Cavelti erschienen. Vernissage war stilgerecht im Hudelmoos. Es gab sehr gute Kritiken, und nun hofft die Autorin für ihren Erstling auf möglichst viele Leser.

Für Junggebliebene

Ihr Zielpublikum sind Jugendliche und Erwachsene, die sich so wie sie selbst ihre Phantasie aus Kindertagen bewahren konnten. Es ist ein bezauberndes Buch vom Erwachsenwerden, von der verlorenen Harmonie zwischen den Menschen und der Natur und vom Versuch, sie wiederherzustellen. «Für mich ist die Natur ein wichtiger Kraftspender», sagt Karin Jörger, gesteht aber auch, im Thurgauer Dorf Engishofen nicht ohne Auto auskommen zu können.

Schreiben zur Morgenstunde

Bereits ist ihr zweiter Roman vollendet, eine Beziehungs­geschichte, entstanden im Rahmen des Forums Schreibszene Schweiz. «Kein autobiographischer Roman, aber voll eigener Erfahrungen», sagt die 39- Jährige, die zwei Partnerschaften hinter sich hat und als Alleinerziehende ihre Frau stellt. Wenn das mal ihre Kräfte überfordert, greift sie zu den Aura-Soma-Fläschchen. «Das hilft mir immer», versichert sie. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf. Zur Zeit ist sie am Mitorganisieren des «Novemberschreibens», eine Erfindung, die aus den USA kommt. In einem Monat sind 50 000 Wörter zu schreiben. Das Thema hat sie schon: Ein Jugendbuch mit dem Hintergrund von Atlantis. Dann wird sie wieder, wie schon im Vorjahr, um drei Uhr morgens aufstehen und schreiben. «Dann fühle ich mich so richtig lebendig», sagt sie.